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Ein gesunder Menstruationszyklus – Dein fünftes Vitalzeichen

Der Menstruationszyklus ist mehr als nur eine monatliche Blutung – er ist ein essenzieller Indikator für deine allgemeine Gesundheit. In der Medizin wird er inzwischen als fünftes Vitalzeichen betrachtet, genau wie Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz und Körpertemperatur. Doch wie sieht ein gesunder Zyklus eigentlich aus? Und woran erkennst du, ob dein Zyklus in Balance ist oder ob hormonelle Ungleichgewichte vorliegen?



Was bedeutet ein gesunder Zyklus?

 

Viele Frauen haben gehört, dass ein Zyklus genau 28 Tage dauern sollte – doch das ist ein Mythos. Tatsächlich kann ein gesunder Zyklus zwischen 21 und 35 Tagen variieren kann, mit einem Durchschnitt von etwa 29 Tagen. Entscheidend ist nicht eine starre Länge, sondern Regelmäßigkeit und stabile hormonelle Abläufe. Leichte Schwankungen sind völlig normal, solange dein Zyklus sich in einem konsistenten Muster bewegt.

 

Ein gesunder Zyklus besteht aus vier Phasen, die sich durch hormonelle Veränderungen und unterschiedliche körperliche sowie emotionale Zustände auszeichnen. Schauen wir sie uns genauer an:

 

  1. Menstruationsphase – Der Neubeginn

 

 Die Menstruation ist der Startpunkt eines neuen Zyklus. Während dieser Zeit wird die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, wenn keine Befruchtung stattgefunden hat. Die Blutung dauert idealerweise zwischen 3 und 7 Tagen, mit einem Blutverlust von etwa 20 bis 80 ml. Eine sehr kurze oder extrem lange Blutung kann auf hormonelle Ungleichgewichte hinweisen.

 

Normal: Mittlere bis starke Blutung an den ersten Tagen, dann leichter werdend. Frisches, sattrotes Blut mit wenigen Klümpchen.

Achtung: Sehr dunkles oder braunes Blut über viele Tage, sehr starke oder sehr schwache Blutung oder starke Schmerzen sind Hinweise auf Dysbalancen (z. B. Progesteronmangel, Östrogendominanz oder Endometriose).

 

  1. Follikelphase – Vorbereitung auf den Eisprung

 

Nach der Menstruation beginnt die Follikelphase, die von ansteigendem Östrogenspiegel geprägt ist. Dieses Hormon sorgt für den Aufbau einer neuen Gebärmutterschleimhaut und fördert das Wachstum der Follikel in den Eierstöcken. Die Dauer der Follikelphase ist variabel und beeinflusst direkt die Zykluslänge.

 

Normal: Ein stabiler Anstieg von Energie und Wohlbefinden, gesunde Haut und steigende Libido.

Achtung: Sehr lange oder sehr kurze Follikelphasen können auf hormonelle Ungleichgewichte (z. B. PCOS oder hypothalamische Amenorrhoe) hinweisen.

 

  1. Eisprung – Der fruchtbare Höhepunkt

 

 Der Eisprung ist das zentrale Ereignis des Zyklus, bei dem eine reife Eizelle freigesetzt wird. The Fifth Vital Sign betont, dass der Eisprung nicht immer genau an Tag 14 stattfindet, sondern je nach Zykluslänge variieren kann – oft zwischen Tag 12 und 18.

 

Normal: Ein spürbarer Anstieg der Körpertemperatur, durchsichtiger, spinnbarer Zervixschleim und ein gesteigertes Lustempfinden.

Achtung: Kein Eisprung, unregelmäßige Ovulation oder starke Schmerzen können Hinweise auf hormonelle Störungen sein.

 

  1. Lutealphase – Die zweite Zyklushälfte

 

Nach dem Eisprung beginnt die Lutealphase, die durch Progesteron dominiert wird. Diese Phase dauert in einem gesunden Zyklus konstant 12–16 Tage. Progesteron sorgt für eine stabile Stimmung, fördert guten Schlaf und bereitet den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor.

 

Normal: Konstante Lutealphase ohne starke PMS-Symptome, gute Schlafqualität.

Achtung: Eine Lutealphase unter 10 Tagen kann auf eine Progesteronschwäche hindeuten, starke PMS-Beschwerden oder Stimmungsschwankungen auf einen gestörten Hormonhaushalt.

 

Zyklustracking – Dein Schlüssel zu mehr Bewusstsein

 

Um deine Zyklusgesundheit zu verstehen, lohnt sich das Zyklustracking. Dabei kannst du wichtige Parameter beobachten, wie:

 

  • Zykluslänge

  • Menstruationsfluss & Blutungsdauer

  • Zervixschleim-Veränderungen

  • Basaltemperatur

  • Energielevel & Stimmungsschwankungen

 

Apps oder Zyklus-Tracker helfen dir, Muster zu erkennen und frühzeitig auf Anzeichen eines hormonellen Ungleichgewichts zu reagieren.

 

Fazit: Dein Zyklus ist dein Gesundheitsbarometer

 

Ein gesunder Zyklus muss nicht perfekt sein – er darf variieren, solange er regelmäßig ist und du dich wohlfühlst. Symptome wie starke Schmerzen, extreme PMS-Beschwerden oder unregelmäßige Zyklen sind jedoch ein Hinweis darauf, dass du genauer hinschauen solltest. Dein Zyklus ist dein fünftes Vitalzeichen – höre auf ihn!

 

Möchtest du deine Zyklusgesundheit optimieren? Ich unterstütze dich mit einem individuellen Coaching auf deinem Weg zu einem hormonellen Gleichgewicht.

 

 

Quellen:

 

  1. Lisa Hendrickson-Jack: The Fifth Vital Sign (2019)

  2. International Federation of Gynecology and Obstetrics (FIGO): Menstrual Health as a Global Health Issue

 
 
 

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